Wer wir sind
- Kategorie: über
- Veröffentlicht: Montag, 16. Juli 2012 16:35
Den Verein kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare gab es vom November 2017 bis Dezember 2021 und ist nach Auflösung nun ab 2022 wieder ein loser Arbeitskreis ohne Mitgliedschaften. Der Verein wurde am 03.11.2017 von an Bibliotheksarbeit und Bibliothekspolitik interessierten Menschen bzw. Institutionen ins Leben gerufen. Unsere Mitglieder sind Bibliotheken oder bibliothekarische Serviceeinrichtungen, vor allem aber Personen mit fortschrittlichem politischem Anspruch. Sie kommen aus öffentlichen Büchereien, wissenschaftlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken. Wir halten Kontakt mit KollegInnen aus ganz Österreich und der Bundesrepublik Deutschland, vor allem der Gruppe „Kritische Bibliothek“ (www.kribiblio.de). Darüber hinaus sind wir lose verknüpft mit Organisationen der „Progressive Librarians Around the World“.
In unserer nach neoliberalen Prinzipien ausgerichteten Gesellschaft werden immer mehr öffentliche Einrichtungen und Güter privatisiert oder Marktprinzipien untergeordnet. KRIBIBI setzt sich im Gegensatz dazu für Gleichheit und Barrierefreiheit im Zugang zu Information, Wissen, Bildung und Kultur ein. Wir sind der festen Überzeugung, dass im Sinne einer gerechteren Gesellschaft öffentlich nutzbare und gesellschaftlich notwendige Einrichtungen, die allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung stehen sollen, von der Öffentlichen Hand ausgebaut, nach demokratischen Prinzipien weiterentwickelt und mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet werden müssen.
Ziele
- Kategorie: über
- Veröffentlicht: Montag, 16. Juli 2012 16:33
Als Gruppe, die das gesamte Bibliothekswesen im Blickfeld hat:
- Zusammenführung der derzeit getrennten Schwestern Öffentliche Büchereien, Wissenschaftliche Bibliotheken und Schulbibliotheken zu einem gemeinsamen österreichischen Bibliothekswesen
- Ein alle Bibliothekstypen – einschließlich der Schulbüchereien – umfassendes Bibliotheksgesetz nach internationalen Best-Practice-Beispielen
- Eine Verpflichtung der österreichischen Kommunen durch dieses Gesetz, öffentliche Büchereien einzurichten, mit angestellten BibliothekarInnen zu führen und zu erhalten
- Ein zentrales Institut für das gesamte Bibliothekswesen für Forschung, Entwicklung und Beratung der Bibliotheken als Instrument der strategischen Planung und organisatorischen Entwicklung
- Integration des Bibliothekswesens als größte außerschulische Bildungseinrichtung in alle bildungspolitischen Entscheidungen
- Ein Bibliotheksentwicklungskonzept, in dem der gesellschaftliche Auftrag an das österreichische Bibliothekswesen formuliert wird
- Eine Überprüfung der Ausgliederungspolitik der diversen österreichischen Bundesregierungen und deren Folgen für die Qualität der betroffenen wissenschaftlichen Bibliotheken und für die Arbeitsverhältnisse der BibliothekarInnen
Nachruf Ulrike Retschitzegger
- Kategorie: Nachrufe
- Veröffentlicht: Freitag, 12. Juni 2026 00:00
Ulrike Retschitzegger (ehemalige Vorsitzende des Vereins KRIBIBI) ist am 24. Mai 2026 gestorben. Sie stammte aus Kirchdorf an der Krems und erlernte den Beruf einer Photographin.
Durch ihre erste Ehe gelangte sie nach Gallneukirchen, wo sie zwischen 1986 und 1995 an der dortigen Öffentlichen Bibliothek der Pfarre Gallneukirchen als ehrenamtliche Bibliothekarin tätig war. Mit ihrer Persönlichkeit verbunden waren Wissensdrang und Lernbegierde, ein tatkräftiges Engagement und die ständige Bereitschaft, gegen starre Verhältnisse anzukämpfen. Beruflich gelangte sie in die Förderungsstelle des Bundes für Erwachsenenbildung, wo sie für Oberösterreich ein System der Bildungsberatung aufbaute und in der Folge selbst lang als Bildungsberaterin tätig war. Auch an der Schaffung des Qualitätssiegels des Erwachsenenbildungsforums Oberösterreich hat sie mitgewirkt.
Zum Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) gelangte sie im Frühjahr 1993, wo sie binnen kürzester Zeit zu einer der Stützen des Kreises wurde und im Lauf der Zeit an mehr als 30 Seminaren teilnahm und diese auch aktiv mitgestaltete. 1994 organisierte sie eine KRIBIBI-Veranstaltung zu Fragen der Ehrenamtlichkeit, deren Probleme ihr ein großes Anliegen waren und die sie immer wieder thematisierte. So auch bei der großen KRIBIBI-Tagung Die Bücherei ist weiblich!? (1996), bei der sie nicht nur referierte, sondern im Anschluss daran ebenso den Tagungsband produzierte. Überhaupt zählte es zu den Eigenschaften Ulrikes, in ihrer zupackenden Art sogenannte „Knochenarbeit“ nie zu scheuen und Aufgaben zu übernehmen, die bei anderen nicht so beliebt waren wie zum Beispiel das Führen von Protokollen. Als KRIBIBI-Vertreterin nahm sie (gemeinsam mit Renate Obadalek) 1998 am Kongress der American Library Association in Washington, D.C. teil, in dessen Rahmen auch der Versuch der internationalen Vernetzung progressiver Bibliotheksinitiativen gestartet wurde. In den folgenden Jahren brachte sie immer wieder Themen der ehrenamtlichen Büchereiarbeit und der Förderungsproblematik zur Sprache und moderierte eine Diskussion über Bibliotheken im Spagat zwischen Kriterien der Büchereiförderung und ihrem Kultur- und Bildungsauftrag. (2012)
Ulrikes Engagement war 25 Jahre lang untrennbar mit dem ihres Ehemannes Nikolaus Hamann verbunden, den sie bei KRIBIBI kennen und lieben lernte. Dieser Verbindung entsprang eine gemeinsame produktive Energie, die vielen Aktivitäten zugutekam. Nachdem sich 2017 das Renner-Institut aus budgetären Gründen aus der Trägerschaft von KRIBIBI zurückgezogen hatte, unterstützte Ulrike Niki Hamann bei der Gründung und Organisationsarbeit für den Verein KRIBIBI. Und als nach dem Tod von Niki die Zukunft des Vereins KRIBIBI unsicher war, hat sie sich nicht gescheut, trotz ihres großen persönlichen Schmerzes die Last der Verantwortung auf sich zu nehmen und mit der interimistischen Übernahme des Vorsitzes für die Fortführung der Vereinstätigkeit zu sorgen.
Ulrikes Leben war geprägt von Fürsorge, Verantwortungsgefühl und der Fähigkeit anderen Menschen dabei Zuversicht zu schenken. Die Spuren, die sie in den Herzen ihrer Familie, ihrer Freund*innen und aller, die sie kannten, hinterlässt werden bleiben. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit und werden sie als liebenswerte Person und menschenfreundliche Kämpferin in Erinnerung behalten.
(Text: Heimo Gruber und Gina Jank)
Geschichte
- Kategorie: über
- Veröffentlicht: Montag, 16. Juli 2012 16:32
KRIBIBI war von November 2017 bis Dezember 2021 ein gemeinnütziger Verein. Vorher existierte die Gruppe mehr als dreißig Jahre lang als loser Arbeitskreis ohne feste Mitgliedschaften.
Die Entstehung des Arbeitskreises kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) ist vor allem Heinz Kommenda zu verdanken. Kommenda ist gelernter Buchhändler und war im sozialdemokratischen Bildungsbereich tätig: bei der „Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik“, lange Jahre als Bundesbildungssekretär der SPÖ und zuletzt im Dr. Karl Renner Institut. Aus seiner Buchleidenschaft, verbunden mit seinem politischen Engagement, hat er eine Idee entwickelt, für die ihm die „Arbeitsgemeinschaft der Verleger, Buchhändler und Bibliothekare“ in der „Friedrich-Ebert-Stiftung“ Vorbild war. Deren Wurzeln reichen bis in die Weimarer Republik zurück. Kommenda wollte für Österreich etwas Ähnliches initiieren: eine fortschrittliche Plattform von in verschiedenen Buchberufen Tätigen.
Nachruf Helmut Bögl
- Kategorie: Nachrufe
- Veröffentlicht: Mittwoch, 13. März 2024 22:15
Am 24. Februar 2024 ist Helmut Bögl im 81. Lebensjahr gestorben. Als Eisenbahner war er über seinen Beruf hinaus vielseitig engagiert. Neben seiner Tätigkeit als Gemeinderat in Attnang-Puchheim galt seine besondere Leidenschaft der dortigen Bücherei der Gewerkschaft der Eisenbahner, die ab 1979 in kooperativer Trägerschaft mit der Stadtgemeinde geführt wurde und wo Heli Bögl bis zu seinem Tod als ehrenamtlicher Bibliothekar arbeitete. Mehrere Jahrzehnte lang war er auch dem Arbeitskreis und späteren Verein KRIBIBI verbunden und nahm an fast allen Seminaren und Tagungen teil. Wir werden Helmut Bögl in dankbarer Erinnerung behalten. (Text: Heimo Gruber)